Anleitung · Fotos

📸 Tschüss Google Fotos – Umzug zu Immich

Der Google-Speicher war voll, und die Familienfotos lagen in einer fremden Cloud. Also habe ich sie nach Hause geholt – zu Immich, einer selbst gehosteten Foto-App, die sich fast wie Google Fotos anfühlt: Zeitleiste, Alben, Gesichtserkennung, Suche nach „Hund am Strand“ und automatischer Upload vom Handy.

24.264Fotos & Videos umgezogen
5.948gab es nur noch bei Google
2Familienkonten
0 €Cloud-Abo
DAUER1 Abend + Wartezeit
KOSTEN0 € + Festplatte
SCHWIERIGKEITmittel
VORAUSSETZUNGLinux mit Docker

01Immich installieren

Auf einem Linux-Rechner (VM oder Container) mit Docker. Fotos brauchen Platz – lege den Upload-Ordner auf eine große Platte, z. B. /mnt/fotos. Mindestens 6 GB RAM einplanen (die Erkennung von Gesichtern und Motiven braucht Speicher).

Shellmkdir -p /opt/immich && cd /opt/immich
wget -O docker-compose.yml https://github.com/immich-app/immich/releases/latest/download/docker-compose.yml
wget -O .env https://github.com/immich-app/immich/releases/latest/download/example.env
nano .env
.env – diese Zeilen anpassenUPLOAD_LOCATION=/mnt/fotos
DB_DATA_LOCATION=/opt/immich/postgres
TZ=Europe/Berlin
DB_PASSWORD=ein-langes-zufaelliges-passwort
Shelldocker compose up -d
Test: http://IP-DES-RECHNERS:2283 öffnen – Immich begrüßt dich mit „Erste Schritte“.

02Konten anlegen & API-Schlüssel

  1. Das erste Konto wird automatisch Admin. Danach unter Verwaltung → Benutzer für jedes Familienmitglied ein Konto anlegen.
  2. Jeder meldet sich einmal an und erzeugt unter Kontoeinstellungen → API-Schlüssel → Neuer API-Schlüssel einen Schlüssel. Den braucht der Umzug in Schritt 4 – pro Person der eigene, sonst landen alle Fotos im falschen Konto.

03Google Takeout exportieren

  1. takeout.google.com öffnen → Auswahl aufheben → nur Google Fotos anhaken.
  2. Weiter → Dateityp .zip, Größe 50 GB → Export erstellen.
  3. Google schickt nach Stunden bis Tagen eine Mail mit den Download-Links. Alle ZIP-Dateien in einen Ordner laden – nicht entpacken!
Takeout ist „kaputt“ sortiert: Datum und Ort stecken bei Google in separaten .json-Dateien neben den Bildern. Wer die ZIPs einfach entpackt und hochlädt, hat hinterher tausende Fotos mit falschem Datum. Genau das löst immich-go.

04Mit immich-go hochladen

immich-go liest die Takeout-ZIPs direkt, setzt Datum, Ort und Alben wieder richtig zusammen und überspringt, was schon in Immich liegt. Programm von github.com/simulot/immich-go herunterladen (Windows: immich-go.exe).

Eingabeaufforderung (cmd) – erst ein Probelaufimmich-go.exe upload from-google-photos --server http://IP-DES-RECHNERS:2283 --api-key DEIN-API-SCHLUESSEL ^
  --dry-run D:\Takeout\takeout-*.zip

Sieht die Zusammenfassung gut aus, denselben Befehl ohne --dry-run und mit gebremster Parallelität starten:

Eingabeaufforderung (cmd) – echter Laufimmich-go.exe upload from-google-photos --server http://IP-DES-RECHNERS:2283 --api-key DEIN-API-SCHLUESSEL ^
  --concurrent-tasks 3 --on-errors continue D:\Takeout\takeout-*.zip
Immich stürzt beim Hochladen ab? Mit der Standardeinstellung lädt immich-go 10 Dateien gleichzeitig hoch – das hat meinen kleinen Server überlastet. Mit --concurrent-tasks 3 lief es stabil durch.
Test: In Immich unter Verwaltung → Server-Statistiken stimmt die Anzahl der Fotos ungefähr mit Google überein. Die Gesichts- und Motiverkennung läuft danach noch Stunden im Hintergrund (Verwaltung → Aufträge).

05Handy-Upload einrichten

  1. App Immich installieren, Server-Adresse eintragen, anmelden.
  2. Oben rechts auf die Wolke → Alben auswählen (z. B. „Kamera“) → Sicherung aktivieren, „Hintergrund-Sicherung“ an.
  3. In der Google-Fotos-App: Profilbild → Fotos-Einstellungen → Sicherung → ausschalten, sonst füllt sich Google sofort wieder.
💡 Für den Upload von unterwegs braucht das Handy Zugriff auf Immich – am einfachsten per VPN, siehe Schutzschild → NetBird.

06Google Fotos leeren – erst ganz am Ende

  1. Stichproben machen: alte Urlaubsfotos, Videos, Fotos von anderen Handys – sind sie in Immich, mit richtigem Datum?
  2. Erst dann in Google Fotos alles auswählen und löschen und den Papierkorb leeren – sonst bleibt der Speicher 60 Tage belegt.
💡 Bei uns lagen fast 6.000 Bilder nur noch bei Google – bei einem schnellen „alles löschen“ wären sie weg gewesen. Die ZIP-Dateien aus Takeout ruhig noch ein paar Wochen als Notfall-Kopie aufheben.

07Backup nicht vergessen

Fotos zu Hause heißt auch: selbst für Sicherungen sorgen. Mindestens den Upload-Ordner (/mnt/fotos) regelmäßig auf eine zweite Platte oder einen zweiten Rechner kopieren – wie das automatisch geht, steht in Der Server, der sonntags aufwacht.

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